BVerfG · 2. Senat
BVerfG, Beschluss v. 13.10.2022 – 2 BvR 1111/21
2 BvR 1111/21 · 13.10.2022 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de
Amtlicher Leitsatz
1. Eine "Übertragung von Hoheitsrechten" im Sinne von Art. 23 Abs. 1 Satz 2 GG liegt jedenfalls bei der Ermächtigung der Europäischen Union oder der zwischenstaatlichen Einrichtung im Sinne von Art. 23 Abs. 1 GG zu Maßnahmen mit Durchgriffswirkung für die Rechtsunterworfenen in Deutschland vor. 2. Eine faktische Änderung des Integrationsprogramms der Europäischen Union beziehungsweise seiner rechtlichen Einbettung durch den Abschluss völkerrechtlicher Verträge jenseits des Primärrechts stellt - unabhängig von der Frage, ob eine solche Änderung jenseits von Art. 48 EUV unions- und verfassungsrechtlich zulässig ist - in aller Regel keine Übertragung von Hoheitsrechten auf die Europäische Union dar.
Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.
Zitierte Normen
Art 20 Abs 1 GGArt 20 Abs 2 GGArt 23 Abs 1 S 2 GGArt 23 Abs 1 S 3 GGArt 38 Abs 1 S 1 GGArt 79 Abs 3 GG§ 23 Abs 1 S 2 BVerfGG§ 92 BVerfGGArt 114 AEUVArt 123 AEUVArt 125 AEUVArt 126 AEUVArt 136 Abs 3 AEUVArt 4 Abs 4 ESMVtrArt 48 EUEURL 59/2014Art 1 UAbs 3 EUV 806/2014Art 67 Abs 2 S 2 EUV 806/2014Art 67 Abs 3 EUV 806/2014Art 67 Abs 4 EUV 806/2014Art 67 Abs 4 EUV 806/2014Art 69 EUV 806/2014Art 70 EUV 806/2014Art 71 EUV 806/2014