Erstes Semester Jura
Womit du im ersten Semester anfängst
Im ersten Semester lernst du nicht vor allem Paragraphen, sondern eine Arbeitsweise: einen Fall Schritt für Schritt zu prüfen und dabei so zu schreiben, dass jeder Schritt nachvollziehbar ist. Das hier ist das Gerüst dafür – und danach der Weg, es an echten Fällen zu üben.
Semesterfahrplan
Welches Semester bist du?
Dann siehst du hier jede Woche, welcher Kurs zum Stoff der Vorlesung passt.
Der Gutachtenstil in vier Schritten
Ein Gericht schreibt im Urteilsstil: erst das Ergebnis, dann die Begründung. Du schreibst im Gutachtenstil – erst die Frage, dann die Prüfung, am Ende das Ergebnis. Am Beispiel der Körperverletzung:
Wo es oft kippt: Die Definition steht da, aber der Sachverhalt kommt im eigenen Text nie vor. Und nicht jedes Merkmal braucht alle vier Schritte – was offensichtlich vorliegt, stellst du in einem Satz fest.
Zivilrecht: Wer will was von wem woraus?
Ein Anspruch ist das Recht, von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen (§ 194 Abs. 1 BGB). Jede Zivilrechtsklausur beginnt deshalb mit der Anspruchsgrundlage – dem „woraus“. Geprüft wird in drei Stufen:
Im ersten Semester geht es meist um die erste Stufe: Ist überhaupt ein Vertrag zustande gekommen, ist er wirksam? Genau dort setzen Vertragsschluss, Minderjährige und Anfechtung an.
Strafrecht: Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld
Jede Strafbarkeit wird in dieser Reihenfolge geprüft. Der Tatbestand trennt sich in objektiv und subjektiv; die Rechtswidrigkeit fragt nach Rechtfertigungsgründen wie der Notwehr; bei der Schuld geht es etwa um den Verbotsirrtum. Den ganzen Aufbau gibt es als eigenen Kurs.
Öffentliches Recht: Zulässigkeit und Begründetheit
Im Staatsorganisationsrecht prüfst du meist ein Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht: erst, ob der Antrag zulässig ist, dann, ob er begründet ist. Typische Beispiele sind der Organstreit und die Prüfung der Gesetzgebungskompetenz.
Die 25 Kurse fürs erste Semester
Jeder Kurs läuft an einem echten Fall entlang: Reihenfolge, Definitionen, Streit, Subsumtion – jede Aufgabe erst selbst, dann die Auflösung. Welcher gerade dran ist, steht im Semesterfahrplan.
Zivilrecht
Strafrecht
- Allgemeiner Aufbau Erfolgsqualifikation
- Allgemeiner Aufbau Fahrlässigkeitsdelikt
- Körperverletzung / Gefährliche Körperverletzung
- Mord – Aufbau mit Mordmerkmal-Prüfung
- Notwehr
- Rechtfertigender Notstand (Prüfungsschema)
- Rücktritt bei mehreren Tatbeteiligten
- Totschlag
- Tötung auf Verlangen
- Unechtes Unterlassungsdelikt
- Verbotsirrtum
- Verbrechensaufbau (TB · RW · Schuld)
- Versuchsaufbau
Lass deinen AG-Fall prüfen, bevor du ihn vorträgst
Sachverhalt und deine Lösung einfügen, 0 bis 18 Punkte zurückbekommen – und sehen, wo dein Gutachten trägt.
So funktioniert es →Häufige Fragen
- Was ist der Gutachtenstil?
- Im Gutachtenstil steht die Frage am Anfang und das Ergebnis am Ende: Obersatz, Definition, Subsumtion, Ergebnis. Erst wird aufgeworfen, ob ein Merkmal vorliegt, dann erklärt, was es verlangt, dann der Sachverhalt darunter geprüft – und erst danach steht fest, ob es erfüllt ist.
- Wie prüfe ich einen Anspruch im Zivilrecht?
- Mit der Frage: Wer will was von wem woraus? Die Anspruchsgrundlage („woraus“) trägt die Prüfung. Geprüft wird dann in drei Stufen: Ist der Anspruch entstanden, ist er nicht untergegangen, und ist er durchsetzbar?
- In welcher Reihenfolge prüft man im Strafrecht?
- Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld. Im Tatbestand wird zwischen objektivem und subjektivem Tatbestand getrennt; bei der Rechtswidrigkeit geht es um Rechtfertigungsgründe wie die Notwehr, bei der Schuld etwa um Irrtümer.
- Kostet eighteen etwas?
- Die Intensivkurse kannst du ohne Konto durcharbeiten. Für die Bewertung eines ganzen Falls brauchst du ein kostenloses Konto; damit hast du 5 Bewertungen im Monat.