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Leitentscheidungen

Examensrelevante Rechtsprechung — amtliche Leitsätze nach § 5 UrhG, mit Sachverhaltsskizze, Kernaussage und Normbezug. Wird automatisch in Gutachten von Korrektor und Arena einbezogen.

50 Entscheidungen
Zivilrecht· Personengesellschaften

Weißes Ross

BGHZ 146, 341·BGH, II ZR 331/00·2001-01-29

Anerkennung der Rechts- und Parteifähigkeit der Außen-GbR. Massive Auswirkungen auf das gesamte Personengesellschaftsrecht; zur Akzessorietät der Gesellschafterhaftung siehe BGHZ 146, 341 (zugleich) und MoPeG (in Kraft seit 1.1.2024 — Kodifikation in §§ 705 ff. BGB n.F.).

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Zivilrecht· BGB AT

Apothekenfall (Trierer Weinversteigerung)

BGHZ 39, 124·BGH, VIII ZR 80/62·1963-04-16

Klassische Entscheidung zur Frage des Erklärungsbewusstseins. h.M. (BGH) fordert nur potentielles Erklärungsbewusstsein und gewährt Anfechtung analog § 119 Abs. 1 BGB; Mindermeinung verlangt aktuelles Erklärungsbewusstsein.

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Zivilrecht· Schuldrecht BT

Jungbullen

BGHZ 106, 110·BGH, VIII ZR 271/87·1988-11-30

Gefahrübergang beim Kauf — Übergabe-Surrogate genügen. Praxisrelevant für Distanz- und Lagergeschäfte.

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Zivilrecht· Schuldrecht BT

Pinneberger Weinversteigerung

BGHZ 170, 31·BGH, VIII ZR 200/05·2006-11-15

Klärung des Sachmangelbegriffs nach Schuldrechtsreform — Beschaffenheitsabrede ist primärer Maßstab (§ 434 Abs. 1 S. 1 BGB).

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Zivilrecht· Deliktsrecht

Fleet-Fall

BGHZ 82, 219·BGH, VI ZR 162/79·1981-10-13

Erweiterung des Eigentumsbegriffs in § 823 BGB auf bestimmungsgemäße Nutzbarkeit. Klassisches Beispiel für mittelbare Beeinträchtigungen.

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Zivilrecht· Deliktsrecht

Stromkabel-Fall

BGHZ 66, 388·BGH, VI ZR 132/74·1976-12-09

Klassische Abgrenzung: § 823 BGB schützt nicht das Vermögen als solches. Reine Vermögensschäden (z.B. entgangener Gewinn) sind nur über § 826 BGB oder Schutzgesetze (§ 823 Abs. 2 BGB) ersatzfähig.

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Zivilrecht· Schuldrecht BT

Lasso (Kfz-Verkauf)

BGHZ 163, 234·BGH, VIII ZR 86/04·2005-06-29

Vermutung des § 477 BGB beim Verbrauchsgüterkauf: Tritt ein Mangel innerhalb von 6 Monaten (heute 12 Monaten) nach Übergabe auf, wird vermutet, dass er bereits bei Übergabe vorlag. Der Käufer muss aber das Vorliegen eines Mangels selbst beweisen.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Schreckschuss / Geistliche-Fall

BGHSt 11, 268·BGH, GSSt 1/57·1958-02-13

Grundlegende Entscheidung zur Abgrenzung von Eventualvorsatz und bewusster Fahrlässigkeit. Maßgeblich: Wille / Billigung des Erfolgs.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Verbotsirrtum

BGHSt 2, 194·BGH, GSSt 2/51·1952-03-18

Etablierung der Schuldtheorie für den Verbotsirrtum. Heute kodifiziert in § 17 StGB. Schlüssel: Vermeidbarkeit erfordert ernsthafte Gewissensanspannung und ggf. Einholung qualifizierten Rates.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Rose-Rosahl

GA 7, 322·Preußisches Obertribunal, ·1858-03-04

Klassisches Lehrbuchbeispiel für error in persona vel obiecto. Für den Täter unbeachtlich (h.M.). Für den Anstifter umstritten — h.M. behandelt es als unbeachtlichen Motivirrtum auf Anstifter-Seite.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Hochsitzfall

BGHSt 20, 318·BGH, 4 StR 234/65·1965-10-08

Klassischer Fall der alternativen Kausalität / Wahlfeststellung. Bei Unaufklärbarkeit greift in dubio pro reo zugunsten des einzelnen Täters.

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Strafrecht· Tötungsdelikte

Klingenstecher

BGHSt 31, 264·BGH, 1 StR 552/82·1983-02-15

Vorsatzbestimmung bei Tötungsdelikten — Hemmschwellentheorie wurde mit dieser Linie aufgeweicht. Heute relevant für die Vorsatzfeststellung bei lebensgefährlichen Gewalthandlungen.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Lüth

BVerfGE 7, 198·BVerfG, 1 BvR 400/51·1958-01-15

Lehre von der mittelbaren Drittwirkung der Grundrechte über Generalklauseln des Zivilrechts (§§ 138, 242, 826 BGB). Begründung der objektiven Wertordnung und Ausstrahlungswirkung. Fundamentaler Verfassungsentscheid.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Apothekenurteil

BVerfGE 7, 377·BVerfG, 1 BvR 596/56·1958-06-11

Dreistufentheorie zur Berufsfreiheit (Art. 12 GG). Ein Kerntext der Grundrechtsdogmatik. Maßgeblich für jede Klausur zu Art. 12 GG.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Volkszählung

BVerfGE 65, 1·BVerfG, 1 BvR 209/83 u.a.·1983-12-15

Begründung des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung. Fundamentale Bedeutung für gesamten Datenschutz, heute mit DSGVO verbunden.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Numerus-Clausus

BVerfGE 33, 303·BVerfG, 1 BvL 32/70 u.a.·1972-07-18

Begründung der Teilhaberechte (derivative Teilhabe). Erweitert klassische Abwehrrechte um Leistungsdimension. Wichtige Grundlage der Leistungsrechtsdogmatik.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Brokdorf

BVerfGE 69, 315·BVerfG, 1 BvR 233/81 u.a.·1985-05-14

Grundsatzentscheidung zur Versammlungsfreiheit. Anwendungsbereich, Schutzpflichten des Staates (auch gegenüber friedlichen Gegendemonstranten), Strenger Maßstab für Verbote.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Elfes

BVerfGE 6, 32·BVerfG, 1 BvR 253/56·1957-01-16

Auffangcharakter des Art. 2 Abs. 1 GG. Alles menschliche Handeln ist grundrechtlich geschützt, sofern nicht ein spezielleres Grundrecht greift. Fundament der modernen Grundrechtsdogmatik.

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Öffentliches Recht· Staatsorganisation

Kalkar

BVerfGE 49, 89·BVerfG, 2 BvL 8/77·1978-08-08

Wesentlichkeitstheorie / Parlamentsvorbehalt. Der Gesetzgeber muss alle wesentlichen Entscheidungen selbst treffen, insb. bei Grundrechtsbezug. Heute kanonisch in der Klausurprüfung der Verordnungsermächtigung (Art. 80 GG).

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Zivilrecht· Schuldrecht AT

Drittschadensliquidation (Hühnerpest)

BGHZ 51, 91·BGH, VIII ZR 110/66·1968-12-04

Begründung der Drittschadensliquidation für die Fallgruppe der zufälligen Schadensverlagerung. Heute neben den Konstellationen mittelbarer Stellvertretung, obligatorischer Gefahrentlastung und Treuhandverhältnissen anerkannt.

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Zivilrecht· Schuldrecht AT

Gemüseblattfall (Vertrag mit Schutzwirkung)

BGHZ 8, 138·BGH, VI ZR 87/52·1953-01-20

Begründung des Vertrags mit Schutzwirkung zugunsten Dritter (VSD). Heute Standard-Konstellation für Fälle, in denen Dritte vorvertraglich/vertraglich in den Schutzbereich einbezogen werden. Voraussetzungen: Leistungsnähe, Gläubigerinteresse, Erkennbarkeit, Schutzbedürftigkeit.

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Zivilrecht· Sachenrecht

Mercedes-Stern (gutgläubiger Erwerb)

BGHZ 132, 198·BGH, V ZR 248/94·1996-04-19

Konturierung der groben Fahrlässigkeit beim gutgläubigen Erwerb. Standardfall: hochwertige Sachen erfordern erhöhte Prüfsorgfalt. § 935 BGB (Abhandenkommen) schließt gutgläubigen Erwerb aus.

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Zivilrecht· Schuldrecht AT

Linoleumrollen-Fall (c.i.c.)

RGZ 78, 239·RG, VI 247/10·1911-12-07

Grundlegende Entscheidung zur c.i.c. — Begründung vorvertraglicher Schuldverhältnisse. Seit Schuldrechtsreform 2002 in § 311 Abs. 2, 3 BGB i.V.m. §§ 241 Abs. 2, 280 BGB kodifiziert.

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Zivilrecht· Sachenrecht

Schwarzfahrer

BGHZ 55, 128·BGH, VI ZR 247/68·1970-12-21

Erweiterung des Eigentumsschutzes nach § 823 Abs. 1 BGB auf Nutzungsbefugnisse. Steht im Spannungsfeld zu Fleet-Fall (BGHZ 82, 219) und reinem Vermögensschaden-Ausschluss.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Sirius

BGHSt 32, 38·BGH, 1 StR 290/83·1983-12-05

Klassischer Fall der mittelbaren Täterschaft kraft überlegenen Wissens. Wichtig für die Abgrenzung Selbstgefährdung / Fremdgefährdung und die Werkzeugqualität des Opfers (Verantwortungsprinzip).

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Strafrecht· Strafrecht AT

Mauerschützen

BGHSt 39, 168·BGH, 5 StR 98/94·1994-07-26

Anwendung der Radbruchschen Formel: extremes Unrecht bleibt straflos nur scheinbar — bei unerträglicher Ungerechtigkeit ist die Rechtfertigungsnorm nichtig. Wichtig für Rechtsphilosophie + Rückwirkungsverbot.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Spanner-Fall

BGHSt 26, 244·BGH, 5 StR 408/74·1975-11-05

Klassische Formulierung der Tatherrschaftslehre (h.M.). Abgrenzung Täterschaft / Teilnahme über die Steuerungsherrschaft des Hintermanns.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Mephisto

BVerfGE 30, 173·BVerfG, 1 BvR 435/68·1971-02-24

Begründung des postmortalen Persönlichkeitsschutzes aus Art. 1 GG. Klassische Grundrechtskollision Kunstfreiheit ↔ Menschenwürde; Lehre der praktischen Konkordanz.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Soraya

BVerfGE 34, 269·BVerfG, 1 BvR 112/65·1973-02-14

Legitimation richterlicher Rechtsfortbildung praeter legem. Grundlage der heutigen Geldentschädigung bei Persönlichkeitsverletzungen (heute § 253 BGB nach Schuldrechtsreform).

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Caroline von Monaco I

BVerfGE 101, 361·BVerfG, 1 BvR 653/96·1999-12-15

Konkretisierung des Persönlichkeitsrechts: Schutz auch außerhalb der eigenen Wohnung in 'örtlich begrenzten' Bereichen privater Rückzugsmöglichkeit. Maßgebliche Abwägung Persönlichkeitsrecht ↔ Pressefreiheit.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Hartz IV

BVerfGE 125, 175·BVerfG, 1 BvL 1/09·2010-02-09

Begründung des Grundrechts auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums. Begründungspflicht des Gesetzgebers; Verfassungsrechtliche Kontrolle der Sozialleistungshöhe.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Mitbestimmungsurteil

BVerfGE 50, 290·BVerfG, 1 BvR 532/77·1979-03-01

Bestätigung der Verfassungsmäßigkeit der unternehmerischen Mitbestimmung. Wegweisend für die Eigentumsdogmatik: Sozialpflichtigkeit (Art. 14 Abs. 2 GG) erlaubt erhebliche Inhaltsbestimmungen.

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Zivilrecht· Bereicherungsrecht

Saldotheorie (Bereicherungsrecht)

BGHZ 36, 232·BGH, V ZR 49/60·1961-11-08

Saldotheorie als Grundregel der Rückabwicklung gegenseitiger Verträge im Bereicherungsrecht. Kollision mit Zweikondiktionentheorie; heute durch zahlreiche Modifikationen (Saldotheorie mit Gefahrtragung des Bereicherungsgläubigers) ergänzt.

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Zivilrecht· Schuldrecht BT

Bürgschaft naher Angehöriger

BVerfGE 89, 214·BVerfG, 1 BvR 567/89·1993-10-19

Mittelbare Drittwirkung der Grundrechte im Privatrecht. Begründet die Rechtsprechung zu sittenwidrigen Bürgschaften naher Angehöriger; Pflicht der Banken zur Risikoaufklärung.

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Zivilrecht· Schuldrecht AT

Schaufensterpuppe (PVV / pVV)

BGHZ 67, 359·BGH, VI ZR 84/76·1976-10-26

Klassische Entscheidung zur positiven Vertragsverletzung (heute § 280 Abs. 1 BGB i.V.m. § 241 Abs. 2 BGB nach Schuldrechtsreform). Schutzpflichten als zweite Säule des Schuldverhältnisses.

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Zivilrecht· Schuldrecht BT

Asbest (Sachmangel)

BGHZ 164, 357·BGH, VIII ZR 254/04·2005-10-04

Begriff des Sachmangels nach Schuldrechtsreform: Auch verborgene umweltgefährdende Stoffe sind Mangel. Arglist überwindet Gewährleistungsausschluss.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Rücktritt vom Versuch (Gesamtbetrachtungslehre)

BGHSt 39, 221·BGH, GSSt 1/93·1993-09-23

Maßgebliche Entscheidung zur Rücktrittsdogmatik. Rücktrittshorizont und Gesamtbetrachtungslehre. Kernfrage jeder Versuchsklausur.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Stachynskij

BGHSt 18, 87·BGH, 9 StE 4/62·1962-10-19

Klassische subjektive Theorie zur Täter-Teilnahme-Abgrenzung. Konkurriert mit Tatherrschaftslehre (h.L.) und gemischter Lehre (heute h.M.).

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Strafrecht· Vermögensdelikte

Selbstbedienungsladen (Gewahrsam)

BGHSt 19, 387·BGH, 1 StR 132/63·1963-12-10

Schlüsselentscheidung zum Gewahrsamsbegriff im Diebstahl. Verkehrsanschauung als Maßstab; Klassiker für jede Vermögensdelikts-Klausur.

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Strafrecht· Strafrecht AT

Bademeister-Fall (Ingerenz)

BGHSt 25, 218·BGH, GSSt 2/70·1971-09-01

Begründung der Garantenstellung aus Ingerenz (pflichtwidriges Vorverhalten). Kanonisch für § 13 StGB-Klausuren bei Unterlassungsdelikten.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Kruzifix

BVerfGE 93, 1·BVerfG, 1 BvR 1087/91·1995-05-16

Begründung der negativen Religionsfreiheit. Konkretisierung des staatlichen Neutralitätsgebots. Wichtig auch für Kopftuch-Entscheidungen und religiöse Symbole im öffentlichen Raum.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Kopftuch I (Ludin)

BVerfGE 108, 282·BVerfG, 2 BvR 1436/02·2003-09-24

Vorbehalt des Gesetzes für Beschränkungen der Religionsfreiheit im öffentlichen Dienst. Folgte Kopftuch-Verbotsgesetze in mehreren Ländern.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Online-Durchsuchung

BVerfGE 120, 274·BVerfG, 1 BvR 370/07·2008-02-27

Begründung des Computer-Grundrechts (IT-Grundrecht) als neue Ausprägung des APR. Wichtig für Digitalisierung, Cyber-Sicherheit und Polizeibefugnisse.

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Öffentliches Recht· Grundrechte

Schwangerschaftsabbruch II

BVerfGE 88, 203·BVerfG, 2 BvF 2/90·1993-05-28

Klassiker für die Lehre der grundrechtlichen Schutzpflichten. Untermaßverbot: der Staat darf nicht weniger als das verfassungsrechtlich Gebotene tun.

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Öffentliches Recht· Staatsorganisation

Lissabon

BVerfGE 123, 267·BVerfG, 2 BvE 2/08·2009-06-30

Verfassungsidentität und Integrationsschranken. Identitätskontrolle + Ultra-vires-Kontrolle als deutsche Vorbehalte gegenüber EU-Recht. Wichtig für Europarecht-Klausuren.

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Strafrecht· Strafrecht AT — Mittelbare Täterschaft

Sirius-Fall

BGHSt 32, 38·BGH, 1 StR 1/83·1983-10-05

Mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wissens auch bei Selbsttötung des Opfers, sofern dieses durch Täuschung zur Tat motiviert wurde. Klassiker für die Abgrenzung zur straflosen Beihilfe zur Selbsttötung.

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Strafrecht· Strafrecht AT — Mittelbare Täterschaft

Katzenkönig-Fall

BGHSt 35, 347·BGH, 3 StR 256/88·1988-09-15

Mittelbare Täterschaft kraft überlegenen Wissens bei vermeidbarem Verbotsirrtum des Vordermanns. Erweiterung der mittelbaren Täterschaft auf Fälle, in denen der Vordermann zwar voll deliktsfähig handelt, aber rechtlich falsch wertet.

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Strafrecht· Strafrecht AT — Garantenstellung, Geschäftsherrenhaftung

Lederspray-Entscheidung

BGHSt 37, 106·BGH, 2 StR 549/89·1990-07-06

Begründung der Produktverantwortung und Geschäftsherrenhaftung im Strafrecht. Pflichtwidriges Inverkehrbringen begründet Ingerenz-Garantenstellung. Zentral für unechtes Unterlassungsdelikt im Unternehmenskontext.

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Strafrecht· Strafrecht AT — Objektive Zurechnung, Pflichtwidrigkeitszusammenhang

Apothekerfall

BGHSt 1, 13·BGH, 1 StR 198/51·1951-05-15

Grundlegende Entscheidung zur objektiven Zurechnung und zum Pflichtwidrigkeitszusammenhang bei Fahrlässigkeitsdelikten. Begründer der Lehre vom rechtmäßigen Alternativverhalten.

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Strafrecht· Strafrecht AT — Mittelbare Täterschaft kraft Organisationsherrschaft

Politbüro-Fall

BGHSt 40, 218·BGH, 5 StR 98/94·1994-07-26

Anerkennung der mittelbaren Täterschaft kraft Organisationsherrschaft im deutschen Strafrecht. Ermöglicht die Bestrafung der Hintermänner in hierarchischen Strukturen — auch wenn der ausführende Täter voll deliktsfähig handelt.

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