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Öffentliches Recht · Grundrechte

Grundrechtsprüfung – Freiheitsrecht (Schutzbereich · Eingriff · Rechtfertigung)

Art. 1 Abs. 3 GGArt. 2 Abs. 1 GGArt. 20 Abs. 3 GG

Meta-Schema für die Prüfung eines Eingriffs in ein Freiheitsgrundrecht (Abwehrrecht). Dreistufiger Aufbau.

Aufbau

  1. I. Schutzbereich
  2. 1. Persönlicher SchutzbereichJedermann- oder Deutschengrundrecht; juristische Personen (Art. 19 Abs. 3 GG).
  3. 2. Sachlicher SchutzbereichAuslegung der geschützten Verhaltensweise; speziellere Grundrechte vorrangig (Konkurrenzen).
  4. II. EingriffKlassischer (final, unmittelbar, rechtsförmig, imperativ) oder moderner Eingriffsbegriff (jede zurechenbare Beeinträchtigung).
  5. III. Verfassungsrechtliche Rechtfertigung
  6. 1. SchrankeEinfacher / qualifizierter Gesetzesvorbehalt; verfassungsimmanente Schranken bei vorbehaltlosen Grundrechten.
  7. 2. Schranken-SchrankenFormelle und materielle Verfassungsmäßigkeit des einschränkenden Gesetzes; Verhältnismäßigkeit; Wesensgehalt (Art. 19 Abs. 2 GG); Zitiergebot (Art. 19 Abs. 1 S. 2 GG).
  8. 3. Verhältnismäßigkeit i.e.S.Legitimer Zweck, Geeignetheit, Erforderlichkeit, Angemessenheit.

Typische Klausurfehler

  • Vorbehaltlose Grundrechte (z. B. Art. 4, 5 III GG) nur durch kollidierendes Verfassungsrecht einschränkbar — praktische Konkordanz.
  • Konkurrenzen: spezielleres Grundrecht verdrängt Art. 2 Abs. 1 GG (Auffanggrundrecht).
  • Bei mittelbaren/faktischen Beeinträchtigungen moderner Eingriffsbegriff prüfen (Zurechenbarkeit, Finalität).
Dazu eine Klausur schreiben →Alle Schemata