BVerfG · 1. Senat
BVerfG, Beschluss v. 19.07.2011 – 1 BvR 1916/09
1 BvR 1916/09 · 19.07.2011 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de
Amtlicher Leitsatz
1. Die Erstreckung der Grundrechtsberechtigung auf juristische Personen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union stellt eine aufgrund des Anwendungsvorrangs der Grundfreiheiten im Binnenmarkt (Art. 26 Abs. 2 AEUV) und des allgemeinen Diskriminierungsverbots wegen der Staatsangehörigkeit (Art. 18 AEUV) vertraglich veranlasste Anwendungserweiterung des deutschen Grundrechtsschutzes dar. 2. Durch die Annahme, das Recht der Europäischen Union lasse keinen Umsetzungsspielraum, kann ein Fachgericht Bedeutung und Tragweite der Grundrechte des Grundgesetzes verkennen.
Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.
Zitierte Normen
Art 101 Abs 1 S 2 GGArt 14 Abs 1 GGArt 19 Abs 3 GGArt 93 Abs 1 Nr 4a GGArt 18 AEUVArt 267 Abs 3 AEUVArt 26 Abs 2 AEUV§ 90 Abs 1 BVerfGGArt 4 Abs 1 EGRL 29/2001§ 17 Abs 1 UrhG vom 23.06.1995§ 96 Abs 1 UrhG vom 10.09.2003§ 97 Abs 1 UrhG vom 10.09.2003
Prüfungsschemata dazu
Begriffe, die hier eine Rolle spielen
Gesetzlicher RichterEinrichtungsgarantienEigentumEnteignungInhalts- und SchrankenbestimmungEinzelfallgesetzGebot des effektiven RechtsschutzesVorbeugender RechtsschutzJuristische Person (Art. 19 III GG)Wesensmäßige AnwendbarkeitBeteiligtenfähigkeitRechtserheblichkeitAbstrakte NormenkontrolleOrganstreitverfahrenBund-Länder-StreitVerfassungsbeschwerdeSchutzzweck der Norm (Staatsorg.)Vorbeugende Normenkontrolle