Strafrecht · Definition

Totschlag

§ 212 StGB§ 211 StGB

Was versteht man unter „Totschlag“?

Vorsätzliche Tötung eines anderen Menschen ohne Verwirklichung eines Mordmerkmals. Der Totschlag ist der Grundtatbestand der vorsätzlichen Tötungsdelikte; § 211 StGB tritt als eigenständiger Tatbestand mit qualifizierenden Merkmalen daneben.

Rechtsprechung zu diesen Normen

Schreckschuss / Geistliche-FallBGH GSSt 1/57 · BGHSt 11, 268Rose-RosahlPreußisches Obertribunal – · GA 7, 322KlingenstecherBGH 1 StR 552/82 · BGHSt 31, 264

Amtliche Fundstellen

Höchstrichterliche Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit amtlichem Leitsatz. Quelle: Bundesjustizministerium, gemeinfrei nach § 5 Abs. 1 UrhG.

BGH 5. Strafsenat 5 StR 520/24Beschluss vom 14.08.2025 · zu § 212 StGB

Freiverantwortlichkeit einer Suizidentscheidung

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 6. Strafsenat 6 StR 128/23Beschluss vom 02.11.2023 · zu § 212 StGB

Auch nach Wegfall des § 217 StGB a.F. beginnt bei regulärem Verlauf die Geburt und damit der Anwendungsbereich der §§ 211 ff. StGB mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen.

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 5. Strafsenat 5 StR 276/22Beschluss vom 25.10.2022 · zu § 212 StGB

Für die zur Beurteilung der Erforderlichkeit einer Notwehrhandlung gebotene ex ante-Betrachtung ist entscheidend, wie sich die Lage aus Sicht eines objektiven und umfassend über den Sachverhalt orientierten Dritten in der Tatsituation des Angeklagten nach der unter Beachtung des Zweifelssatzes zu bildenden tatrichterlichen Überzeugung darstellt. Geprägt wird die Tatsituation eines Verteidigers …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 3. Strafsenat 3 StR 11/25Urteil vom 07.10.2025 · zu § 211 StGB

1. Den für ihr minderjähriges Kind sorgeberechtigten Eltern kommt dem Grunde nach eine strafrechtliche Garantenstellung zu. Auch für den strafmündigen Minderjährigen trifft sie dabei eine Sicherungspflicht. Welche Maßnahmen der Eltern im Einzelfall geboten sind, um Schädigungen Dritter durch das Kind zu verhindern, hängt vor allem davon ab, ob konkrete Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗

Gesetzestext

§ 212 StGB · Totschlag

(1) Wer einen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird als Totschläger mit Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren bestraft. (2) In besonders schweren Fällen ist auf lebenslange Freiheitsstrafe zu erkennen.

§ 211 StGB · Mord

(1) Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. (2) Mörder ist, wer aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

Amtlicher Wortlaut. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung im Bundesgesetzblatt.

Klausurformel

Wie formuliert man das in der Klausur?

Wer einen anderen Menschen tötet, ohne Mörder zu sein, wird wegen Totschlags bestraft (§ 212 Abs. 1 StGB).

Wird geprüft in

Mord / Totschlag (§§ 211, 212 StGB)Delikte gegen die Person · Prüfungsschema ansehen →

Verwandte Begriffe

VorsatzVerbotsirrtumErlaubnistatbestandsirrtumTatherrschaftMittelbare TäterschaftMittäterschaft
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