BGH · 4. Strafsenat

BGH, Beschluss v. 24.09.2025 – 4 StR 205/25

4 StR 205/25 · 24.09.2025 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de

Amtlicher Leitsatz

1. Der schwere sexuelle Missbrauch von Kindern nach § 176a Abs. 2 Nr. 1 StGB (in der Fassung des Gesetzes vom 30. November 2020, BGBl. I S. 2600; jetzt: § 176c Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a StGB) ist eine Qualifikation des § 176 Abs. 1 StGB (in der Fassung des Gesetzes vom 30. November 2020, BGBl. I S. 2600; jetzt: § 176 Abs. 1 Nr. 1 StGB) und setzt damit wie dieser voraus, dass der Täter selbst das Kind körperlich berührt. Beide Tatbestände regeln eigenhändige Delikte und können danach weder in Mittäterschaft begangen noch nach § 30 Abs. 2 Var. 3 Alt. 1 StGB verabredet werden. 2. Die Möglichkeit einer Verabredung des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes kann auch nicht deshalb angenommen werden, weil § 176a Abs. 2 Nr. 2 StGB (in der Fassung des Gesetzes vom 30. November 2020, BGBl. I S. 2600; jetzt: § 176c Abs. 1 Nr. 3 StGB) die gemeinschaftliche Begehung der Tat sanktioniert. Eine mittäterschaftliche Zurechnung gemäß § 25 Abs. 2 StGB ist auch hier nicht möglich, noch zur Erfüllung des Tatbestands überhaupt erforderlich.

Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.

Zitierte Normen

§ 2 Abs 3 StGB§ 25 Abs 2 StGB§ 30 Abs 2 Alt 1 Alt 1 StGB§ 30 Abs 2 Alt 3 Alt 1 StGB§ 31 Abs 1 Nr 2 StGB§ 176 Abs 1 Nr 1 StGB§ 176c Abs 1 Nr 2 Buchst a StGB§ 176c Abs 1 Nr 3 StGB§ 176 Abs 1 StGB 2020 vom 30.11.2020§ 176a Abs 2 Nr 1 StGB 2020 vom 30.11.2020§ 176a Abs 2 Nr 2 StGB 2020 vom 30.11.2020§ 177 Abs 1 StGB§ 177 Abs 2 Nr 1 StGB§ 177 Abs 5 Nr 1 StGB§ 177 Abs 6 S 2 StGB§ 177 Abs 7 Nr 2 StGB§ 354a StPO

Prüfungsschemata dazu

Täterschaft & Teilnahme (§§ 25–27 StGB)

Begriffe, die hier eine Rolle spielen

TatherrschaftMittelbare TäterschaftMittäterschaftQualifikationsloses doloses WerkzeugTäter hinter dem TäterMittäterexzess
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