BGH · 3. Strafsenat
BGH, Beschluss v. 30.11.2022 – 3 StR 230/22
3 StR 230/22 · 30.11.2022 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de
Amtlicher Leitsatz
1. Schwere körperliche oder seelische Schäden im Sinne des § 6 Abs. 1 Nr. 2 VStGB und des § 7 Abs. 1 Nr. 8 VStGB sind solche, die eine gravierende und langanhaltende Beeinträchtigung der Fähigkeit des Mitglieds der geschützten Gruppe zur Folge haben, ein normales und konstruktives Leben zu führen. 2. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit kann einen Individualgüter schützenden Tatbestand des allgemeinen Strafrechts konkurrenzrechtlich verdrängen. 3. Die im Katalog des § 7 Abs. 1 VStGB angeführten Begehungsweisen sind rechtlich nicht lediglich als unselbständige Tatmodalitäten eines Tatbestandes, sondern als eigene Tatbestände zu werten. Werden sie durch eine Handlung verwirklicht, stehen sie grundsätzlich im Verhältnis ungleichartiger Tateinheit zueinander.
Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.
Zitierte Normen
§ 6 Abs 1 Nr 2 VStGB§ 7 Abs 1 Nr 3 VStGB§ 7 Abs 1 Nr 5 VStGB§ 7 Abs 1 Nr 8 VStGB§ 7 Abs 1 Nr 9 VStGB§ 7 Abs 3 VStGB§ 52 StGB§ 227 StGB