Strafrecht · Definition

Vertrauensgrundsatz

§ 222 StGB§ 229 StGB

Was versteht man unter „Vertrauensgrundsatz“?

Wer sich selbst verkehrsgerecht / sorgfaltsgemäß verhält, darf grundsätzlich darauf vertrauen, dass auch andere Verkehrsteilnehmer / Beteiligte sich pflichtgemäß verhalten. Begrenzt die objektive Sorgfaltspflicht beim Fahrlässigkeitsdelikt.

Fundstelle: Eigenes Strafrecht-Skript (2026)

· juristisch geprüft

Rechtsprechung zu diesen Normen

Schreckschuss / Geistliche-FallBGH GSSt 1/57 · BGHSt 11, 268HochsitzfallBGH 4 StR 234/65 · BGHSt 20, 318SiriusBGH 1 StR 290/83 · BGHSt 32, 38

Amtliche Fundstellen

Höchstrichterliche Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit amtlichem Leitsatz. Quelle: Bundesjustizministerium, gemeinfrei nach § 5 Abs. 1 UrhG.

BGH 6. Strafsenat 6 StR 128/23Beschluss vom 02.11.2023 · zu § 222 StGB

Auch nach Wegfall des § 217 StGB a.F. beginnt bei regulärem Verlauf die Geburt und damit der Anwendungsbereich der §§ 211 ff. StGB mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen.

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 2. Strafsenat 2 StR 418/19Urteil vom 13.10.2021 · zu § 222 StGB

Zum Umfang der Kontrollpflichten bei vertikaler Aufgabendelegation auf einer Großbaustelle und zur Reichweite des Vertrauensgrundsatzes bei horizontal arbeitsteiligem Handeln zwischen mehreren Abteilungen einer bauausführenden Arbeitsgemeinschaft.

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 4. Strafsenat 4 StR 19/20Beschluss vom 05.05.2021 · zu § 222 StGB

Dem Täter eines fahrlässig herbeigeführten Brand- oder Explosionsgeschehens können der durch Rettungsmaßnahmen verursachte Tod oder die Körperverletzung von Berufsrettern zugerechnet werden (im Anschluss an BGH, Urteil vom 8. September 1993 - 3 StR 341/93, BGHSt 39, 322).

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗

Gesetzestext

§ 222 StGB · Fahrlässige Tötung

Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

§ 229 StGB · Fahrlässige Körperverletzung

Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Amtlicher Wortlaut. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung im Bundesgesetzblatt.

Wird geprüft in

Fahrlässigkeitsdelikt (Aufbau, z.B. §§ 222, 229 StGB)Strafrecht AT · Prüfungsschema ansehen →

Verwandte Begriffe

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