Zivilrecht · Definition

Verdinglichung des Mietrechts

§ 566 BGB

Was versteht man unter „Verdinglichung des Mietrechts“?

Nach § 566 BGB ('Kauf bricht nicht Miete') tritt der Erwerber einer vermieteten Sache kraft Gesetzes in das bestehende Mietverhältnis ein. Das an sich nur relative obligatorische Recht des Mieters wird damit gegenüber Dritten (dem Erwerber) wirksam und erhält dingliche Wirkung.

Fundstelle: Eigenes Zivilrecht-Skript, Schuldrecht BT (2026)

· juristisch geprüft

Amtliche Fundstellen

Höchstrichterliche Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit amtlichem Leitsatz. Quelle: Bundesjustizministerium, gemeinfrei nach § 5 Abs. 1 UrhG.

BGH 8. Zivilsenat VIII ZR 247/24Urteil vom 21.01.2026 · zu § 566 BGB

1. Bei der Einbringung vermieteten und an den Mieter überlassenen Wohnraums durch den vermietenden Alleineigentümer in eine aus ihm, seiner Ehefrau und den gemeinsamen Kindern bestehende Gesellschaft bürgerlichen Rechts handelt es sich um eine Veräußerung im Sinne von § 577a BGB. 2. Die Ausnahmeregelung des § 577a Abs. 1a Satz 2 BGB zur Privilegierung des Erwerbs vermieteten Wohnraums durch …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 12. Zivilsenat XII ZR 106/23Urteil vom 19.11.2025 · zu § 566 BGB

1. Wählen die Vertragsparteien aus steuerlichen Gründen eine bestimmte zivilrechtliche Rechtsgestaltung, sind die zu diesem Zweck abgeschlossenen Rechtsgeschäfte in der Regel ernstlich gewollt und keine Scheingeschäfte im Sinne von § 117 BGB, wenn sie nur im Falle ihrer zivilrechtlichen Wirksamkeit die angestrebte steuerrechtliche Anerkennung finden können (im Anschluss an BGH, Urteil vom 2. März …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 8. Zivilsenat VIII ZR 161/24Urteil vom 06.08.2025 · zu § 566 BGB

1. Die Veräußerung vermieteten Wohnraums an eine Personenhandelsgesellschaft (hier: GmbH & Co. KG) löst nicht die in der Vorschrift des § 577a Abs. 1a Satz 1 Nr. 1 BGB geregelte Kündigungssperrfrist für Eigenbedarfs- und Verwertungskündigungen des Erwerbers aus. 2. Eine (erstmalige) Veräußerung vermieteten Wohnraums nach dessen Umwandlung in Wohnungseigentum lässt (ausnahmsweise) nicht die …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗

Gesetzestext

§ 566 BGB · Kauf bricht nicht Miete

(1) Wird der vermietete Wohnraum nach der Überlassung an den Mieter von dem Vermieter an einen Dritten veräußert, so tritt der Erwerber anstelle des Vermieters in die sich während der Dauer seines Eigentums aus dem Mietverhältnis ergebenden Rechte und Pflichten ein. (2) Erfüllt der Erwerber die Pflichten nicht, so haftet der Vermieter für den von dem Erwerber zu ersetzenden Schaden wie ein Bürge, der auf die Einrede der Vorausklage verzichtet hat. Erlangt der Mieter von dem Übergang des Eigentums durch Mitteilung des Vermieters Kenntnis, so wird der Vermieter von der Haftung befreit, wenn nicht der Mieter das Mietverhältnis zum ersten Termin kündigt, zu dem die Kündigung zulässig ist.

Amtlicher Wortlaut. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung im Bundesgesetzblatt.

Klausurformel

Wie formuliert man das in der Klausur?

Durch § 566 BGB erfolgt eine gesetzliche Vertragsübernahme, die das Mietverhältnis gegenüber dem Erwerber fortbestehen lässt (Verdinglichung des Mietrechts).

Verwandte Begriffe

Gesetzliche Vertragsübernahme (§ 566 BGB)WillenserklärungRechtsgeschäftErklärungsbewusstseinAngebot (Antrag)Annahme
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