Zivilrecht · Definition

Persönliche Unzumutbarkeit (psychische Unmöglichkeit)

§ 275 Abs. 3 BGB

Was versteht man unter „Persönliche Unzumutbarkeit (psychische Unmöglichkeit)“?

Persönliche Unzumutbarkeit liegt vor, wenn dem Schuldner die Leistungserbringung wegen persönlicher Umstände nicht zugemutet werden kann. Sie begründet ein Leistungsverweigerungsrecht nach § 275 Abs. 3 BGB (Einrede), führt jedoch nicht zum ipso-iure-Erlöschen der Leistungspflicht.

Fundstelle: Eigenes Zivilrecht-Skript, Schuldrecht AT (2026)

· juristisch geprüft

Amtliche Fundstellen

Höchstrichterliche Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit amtlichem Leitsatz. Quelle: Bundesjustizministerium, gemeinfrei nach § 5 Abs. 1 UrhG.

BGH 9. Zivilsenat IX ZR 81/25Urteil vom 12.03.2026 · zu § 275 Abs. 3 BGB

1. Erteilt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht einem Finanzdienstleistungsinstitut eine Weisung für die Geschäftsführung, bis zur Klärung der insolvenzrechtlichen Situation dafür Sorge zu tragen, dass keine gläubiger- oder insolvenzmasseschädlichen Auszahlungen seitens des Instituts vorgenommen werden, begründet dies für das Institut kein Zahlungsverbot. 2. Erfüllt das Institut …

Volltext beim Bundesjustizministerium ↗
BGH 8. Zivilsenat VIII ZR 18/24Urteil vom 08.10.2025 · zu § 275 Abs. 3 BGB

Auch die Veräußerung von vermieteten Wohnräumen, an denen nach der Überlassung an den Mieter Wohnungseigentum begründet worden ist oder begründet werden soll, an eine Personenhandelsgesellschaft, deren Gesellschafter mit denen der veräußernden Gesellschaft personenidentisch sind, stellt einen Verkauf an einen Dritten im Sinne von § 570b Abs. 1 Satz 1 BGB aF (§ 577 Abs. 1 Satz 1 BGB) dar. Dies …

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BGH 10. Zivilsenat X ZR 97/23Urteil vom 25.06.2024 · zu § 275 Abs. 3 BGB

1. Eine Verantwortlichkeit des Gläubigers im Sinne von § 323 Abs. 6 Fall 1 BGB und § 326 Abs. 2 Satz 1 Fall 1 BGB kann auch dann anzunehmen sein, wenn die Auslegung des Vertrags ergibt, dass der Gläubiger nach der vertraglichen Gestaltung das Risiko eines bestimmten Leistungshindernisses ausdrücklich oder konkludent übernommen hat und sich dieses Leistungshindernis verwirklicht (Bestätigung von …

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Gesetzestext

§ 275 BGB · Ausschluss der Leistungspflicht

(1) Der Anspruch auf Leistung ist ausgeschlossen, soweit diese für den Schuldner oder für jedermann unmöglich ist. (2) Der Schuldner kann die Leistung verweigern, soweit diese einen Aufwand erfordert, der unter Beachtung des Inhalts des Schuldverhältnisses und der Gebote von Treu und Glauben in einem groben Missverhältnis zu dem Leistungsinteresse des Gläubigers steht. Bei der Bestimmung der dem Schuldner zuzumutenden Anstrengungen ist auch zu berücksichtigen, ob der Schuldner das Leistungshindernis zu vertreten hat. (3) Der Schuldner kann die Leistung ferner verweigern, wenn er die Leistung persönlich zu erbringen hat und sie ihm unter Abwägung des seiner Leistung entgegenstehenden Hindernisses mit dem Leistungsinteresse des Gläubigers nicht zugemutet werden kann. (4) Die Rechte des Gläubigers bestimmen sich nach den §§ 280, 283 bis 285, 311a und 326.

Amtlicher Wortlaut. Maßgeblich ist die jeweils geltende Fassung im Bundesgesetzblatt.

Klausurformel

Wie formuliert man das in der Klausur?

Persönliche Unzumutbarkeit liegt vor, wenn dem Schuldner die Leistung aus in seiner Person liegenden Gründen nicht zugemutet werden kann (§ 275 Abs. 3 BGB).

Verwandte Begriffe

Faktische/Praktische Unmöglichkeit (unechte Unmöglichkeit)Echte (unüberwindliche) UnmöglichkeitWillenserklärungRechtsgeschäftErklärungsbewusstseinAngebot (Antrag)
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