BGH · 1. Zivilsenat
BGH, Beschluss v. 18.12.2025 – I ZB 42/25
I ZB 42/25 · 18.12.2025 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de
Amtlicher Leitsatz
1. Gegen eine Entscheidung, mit der das staatliche Gericht die Sache gemäß § 1059 Abs. 4 ZPO unter Aufhebung des Schiedsspruchs an das Schiedsgericht zurückverweist, ist die Rechtsbeschwerde gemäß § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 1065 Abs. 1 Satz 1, § 1062 Abs. 1 Nr. 4 Fall 1 ZPO statthaft. 2. Nicht jede Verletzung des Art. 103 Abs. 1 GG steht einer Zurückverweisung an das Schiedsgericht nach § 1059 Abs. 4 ZPO entgegen. Als Ergebnis einer typisierten Ermessensausübung im Rahmen der Entscheidung nach § 1059 Abs. 4 ZPO scheidet eine Zurückverweisung aber jedenfalls bei schwerwiegenden Verfahrensfehlern, insbesondere bei einer augenfälligen, gravierenden Verletzung des rechtlichen Gehörs einer Partei aus (Fortführung von BGH, Beschluss vom 7. Juni 2018 - I ZB 70/17, SchiedsVZ 2018, 318 [juris Rn. 26]; Beschluss vom 18. Juli 2019 - I ZB 90/18, SchiedsVZ 2020, 46 [juris Rn. 46]; Beschluss vom 9. Dezember 2021 - I ZB 21/21, SchiedsVZ 2022, 228 [juris Rn. 84]). 3. Die Entscheidung nach § 1059 Abs. 4 ZPO ist keine bloße Folgeentscheidung, die den Wert des Aufhebungsverfahrens nicht erhöht. Ihr Wert bemisst sich auf ein Fünftel des Hauptsachewerts.
Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.
Zitierte Normen
Art 103 Abs 1 GG§ 39 Abs 1 GKG§ 39 Abs 2 GKG§ 40 GKG§ 47 Abs 1 S 1 GKG§ 48 Abs 1 S 1 GKG§ 92 Abs 1 S 1 ZPO§ 97 Abs 1 ZPO§ 563 Abs 1 S 1 ZPO§ 563 Abs 2 ZPO§ 574 Abs 1 S 1 Nr 1 ZPO§ 577 Abs 6 S 2 ZPO§ 577 Abs 6 S 3 ZPO§ 1036 Abs 2 ZPO§ 1038 Abs 1 S 2 ZPO§ 1056 Abs 3 ZPO§ 1059 Abs 1 ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 1 Buchst a Alt 1 ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 1 Buchst a Alt 2 ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 1 Buchst b ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 1 Buchst c ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 2 Buchst a ZPO§ 1059 Abs 2 Nr 2 Buchst b ZPO§ 1059 Abs 4 ZPO§ 1059 Abs 5 ZPO§ 1062 Abs 1 Nr 4 Alt 1 ZPO§ 1065 Abs 1 S 1 ZPO