Strafrecht · § 185 StGB, § 193 StGB

Beleidigung

Du arbeitest einen echten Fall durch, Schritt für Schritt: erst selbst, dann die Auflösung. 4 Aufgaben, am Ende eine eigene Klausur mit Punktzahl.

4 Aufgaben an einem Fall

Der ehrgeizige, aber noch unerfahrene Politiker Pius (P) schreibt in einer E-Mail an seinen Parteifreund Quendolin (Q):

„Dass unser Parteikollege Rudolf, dieses dreckige Schwein, fürs Bundestags-Direktmandat kandidiert, sollten wir verhindern!“

Q schreibt zurück, eine solche E-Mail sei unter Parteikollegen inakzeptabel. Er werde sie bei der nächsten Vorstandssitzung laut verlesen.

Das hat P nicht erwartet! Zwar geht er davon aus, dass das Verlesen der E-Mail keine strafrechtlichen Folgen haben wird, da es von Rudolf (R) politisch unklug wäre, die Sache der Polizei anzuzeigen, und auch sonst niemand daran Interesse haben könne. Das Verlesen der E-Mail würde den P aber, so glaubt er, innerparteilich isolieren und dadurch seine gesamte Karriere in Frage stellen.

Das will P um jeden Preis verhindern. Da er kein anderes Mittel sieht, lässt er sich an den Auftragskiller Karl (K) vermitteln, dem er für die Tötung des Q die Zahlung von 20.000,- € verspricht. K ist einverstanden. Der Schuss, den K auf den Q abfeuert, nachdem er ihm maskiert mit der Waffe entgegengetreten ist, geht jedoch fehl; zu einem sofortigen zweiten Schuss fehlt die Gelegenheit, da Q sich schnell in Sicherheit bringt.

Prüfen Sie die Strafbarkeit von P und K nach dem Strafgesetzbuch! Unterstellen Sie dabei, dass – entgegen der Erwartung des P – der R, der später vom Inhalt der E-Mail erfährt, einen Strafantrag deswegen stellt.

  1. Wie prüfst du Tatbestand? Tipp die Schritte in der Reihenfolge an, in der sie im Gutachten kommen.

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