BGH · 1. Zivilsenat

BGH, Urteil v. 26.11.2020 – I ZR 245/19

I ZR 245/19 · 26.11.2020 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de

Amtlicher Leitsatz

1. Die Schiedseinrede ist rechtzeitig vor Beginn der mündlichen Verhandlung erhoben, wenn sie in der Einspruchsschrift nach Erlass eines Versäumnisurteils im schriftlichen Vorverfahren erhoben wird. 2. Das CISG findet auf die Frage der materiellen Einigung der Parteien auf eine Schiedsvereinbarung zumindest in den Fällen Anwendung, in denen mangels Einhaltung der Form des Art. II Abs. 2 UNÜ über den Meistbegünstigungsgrundsatz des Art. VII Abs. 1 UNÜ auf das nationale Sachrecht oder Kollisionsrecht zurückgegriffen werden kann. Die Formgültigkeit einer Schiedsvereinbarung richtet sich dagegen auch in einem dem CISG unterliegenden Vertrag nach den einschlägigen Spezialvorschriften wie dem UNÜ oder § 1031 ZPO. 3. Nach der Aufhebung der Art. 27 ff. EGBGB aF mit Wirkung vom 17. Dezember 2009 und dem Inkrafttreten der Verordnung (EG) Nr. 593/2008 über das auf vertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht vom 17. Juni 2008, die in ihrem Artikel 1 Absatz 1 Buchst. e Schieds- und Gerichtsstandsvereinbarungen explizit vom Anwendungsbereich ausschließt, beurteilt sich das Zustandekommen und die Wirksamkeit einer Schiedsvereinbarung im Kollisionsfall nach Art. V Abs. 1 Buchst. a UNÜ.

Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.

Zitierte Normen

§ 342 ZPO§ 1031 ZPO§ 1032 Abs 1 ZPOArt 1 Abs 1 Buchst e EGV 593/2008Art 8 UNWaVtrÜbkArt 11 UNWaVtrÜbkArt 14 UNWaVtrÜbkArt 18 UNWaVtrÜbkArt 2 Abs 2 SchSprAnerkÜbkArt 5 Abs 1 Buchst a SchSprAnerkÜbkArt 7 Abs 1 SchSprAnerkÜbkArt 27 BGBEG vom 21.09.1994Art 27ff BGBEG vom 21.09.1994
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