Zivilrecht · Anwendbar bei jedem Vertrag mit AGB

Prüfungsschema für die Wirksamkeit von AGB

Du arbeitest einen echten Fall durch, Schritt für Schritt: erst selbst, dann die Auflösung. 5 Aufgaben, am Ende eine eigene Klausur mit Punktzahl.

5 Aufgaben an einem Fall

Herr Adams möchte mit der Bahn (Metronom-Linie) nach Hamburg fahren. Er steigt daher in den Lüneburger Stadtbus Nr. 5012 in Richtung Lüneburger Bahnhof. An der Bushaltestelle hängt ein Aushang, auf dem es u.a. heißt: „Es gelten die Beförderungsbedingungen und Tarifbestimmungen des HVV.“ Beim Busfahrer erwirbt Adam eine „9-Uhr-Tageskarte HVV-Gesamtbereich“ zum Preis von 15,30 €.

Am Lüneburger Bahnhof angekommen, erfährt er, dass sein Sohn nach einem Wespenstich einen schweren allergischen Schock erlitten hat und ins Krankenhaus eingeliefert wird. Herr Adam gibt daraufhin seine Pläne auf und drückt Herrn Bertram (52 Jahre alt) die Tageskarte in die Hand, der ihn am Ausgang des Bahnhofs nach einer Fahrkarte angesprochen hatte.

Bertram wiederum verweilt noch einige Stunden am Lüneburger Bahnhof, um dort das schöne Wetter und alkoholische Getränke zu genießen. Als Bier und Geld am späten Nachmittag zur Neige gehen, erinnert er sich an die Tageskarte in seiner Hosentasche und spricht die 44 Jahre alte Frau Caspar an. Die steht in einer langen Schlange vor dem HVV-Automaten und möchte nach Hamburg, um dort ihre Mutter zu treffen, mit der sie um 20 Uhr ins Theater gehen möchte. Wegen der Schlange am Automat macht sich Frau Caspar Sorgen, ob sie den Zug nach Hamburg noch bekommt, den sie schon in den Bahnhof einrollen hört. Sie drückt daraufhin Bertram einen Fünf-Euro-Schein in die Hand, erhält von diesem dafür die Tageskarte und steigt in den Metronom-Zug, der von der „metronom Eisenbahngesellschaft mbH“ betrieben wird.

Im Zug bei der Fahrkartenkontrolle fällt dem Schaffner auf, dass die Tageskarte bereits um 12.21 Uhr ausgedruckt wurde, dass es jetzt aber schon nach 18 Uhr ist. Außerdem ist die Tageskarte durch den Aufenthalt in Bertrams Hosentasche schon recht knittrig und abgenutzt, wenngleich noch gut lesbar. „Woher haben Sie die denn?“ fragt der Schaffner. „Von so einem Typ am Bahnhof gekauft, war ein Schnäppchen!“ erwidert Frau Caspar wahrheitsgemäß. Daraufhin erklärt ihr der Schaffner, dass die Fahrkarte ungültig sei und verlangt von Frau Caspar unter Berufung auf die Beförderungsbedingungen des Hamburger Verkehrsverbunds die Zahlung eines „erhöhten Beförderungsentgelts“ in Höhe von 40,- €. Kann die „metronom Eisenbahngesellschaft mbH“ von Frau Caspar die Zahlung von 40,- € verlangen?

Hinweis

Auszüge aus den „Beförderungsbedingungen“ und den „Tarifbestimmungen“ des HVV finden sich auf S. 382 f.

  1. Lies den Fall und schreib den ersten Satz deines Gutachtens zu Anwendbar bei jedem Vertrag mit AGB: mit den Beteiligten aus diesem Fall.

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