Zivilrecht · Streitstand

Sind Willenserklärungen, die dem Minderjährigen weder Vor- noch Nachteile bringen, zustimmungsfrei?

§ 107 BGB

Diskutiert bei der Stellvertretung durch Minderjährige oder bei der Übereignung fremder Sachen durch einen Minderjährigen [10].

Herrschende Meinung

Neutrale Geschäfte sind wie vorteilhafte Geschäfte ohne Zustimmung wirksam.

  • Der Minderjährige erleidet keine rechtliche Einbuße in seinem eigenen Vermögen
  • Der Schutzzweck des § 107 BGB (Erhalt des vorhandenen Vermögens) ist nicht betroffen

Mindermeinung

Alle Geschäfte, die nicht ausdrücklich vorteilhaft sind, bedürfen der Zustimmung.

  • Wortlaut des § 107 BGB verlangt einen 'Vorteil'
  • Rechtssicherheit durch strikte Anwendung

Stellungnahme für die Klausur · Folge der h.M.

Da das Gesetz nur vor rechtlichen Nachteilen schützen will, besteht kein Grund, neutrale Handlungen zu unterbinden, die das Eigenvermögen nicht belasten.

Verwandte Definitionen

Rechtlich lediglich vorteilhaft
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