BGH · 12. Zivilsenat
BGH, Beschluss v. 12.02.2025 – XII ZB 128/24
XII ZB 128/24 · 12.02.2025 · Quelle: rechtsprechung-im-internet.de
Amtlicher Leitsatz
1. Wechselt der gewöhnliche Aufenthalt des die deutsche Sta atsangehörigkeit besitzenden Betroffenen während des Betreuungsverfahrens von Deutschland in einen Nichtvertragsstaat des Haager Erwachsenenschutzübereinkommens, ergibt sich die internationale Zuständigkeit der deutschen Gerichte jedenfalls aus § 104 FamFG. 2. Auch nach dem Aufenthaltswechsel findet in diesem Fall auf die Anordnung der Betreuung deutsches Recht als lex fori Anwendung. 3. Das Betreuungsgericht darf das Verfahren nicht allein deswegen einstellen, weil der Betroffene eine Anhörung im Wege der Rechtshilfe verweigert und im Ausland keine Möglichkeit von dessen notfalls zwangsweiser Vorführung besteht. Vielmehr hat es zur Wahrung eines effektiven Erwachsenenschutzes auf Grundlage der im Übrigen umfassenden Aufklärung zu entscheiden, ob und ggf. in welchem Umfang es einer rechtlichen Betreuung für den Betroffenen bedarf.
Amtlicher Leitsatz, wörtlich übernommen. Amtliche Werke sind nach § 5 Abs. 1 UrhG gemeinfrei.
Zitierte Normen
Art 5 ErwSchÜbk HaagArt 24 Abs 2 S 1 BGBEG§ 1814 BGB§ 26 FamFG§ 34 Abs 3 FamFG§ 104 Abs 1 S 1 Nr 1 FamFG§ 278 FamFG